dorothee  schön

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Charité II

2019

sechsteilige historische Serie
zusammen mit Sabine Thor-Wiedemann

Regie: Anno Saul
Kamera : Holly Fink
Darsteller: Mala Emde, Ulrich Noethen, Jannik Schümann, Artjom Gilz, Louise Wolfram,  Lukas Miko, Hans Löw, Frida-Lovisa Hamann, Jakob Matschenz, Max von Pufendorf
Produktion: Ufa Fiction für den MDR


Das wilhelminische Armenkrankenhaus von einst ist zwischen den beiden Weltkriegen zu einer der renommiertesten Universitätskliniken Europas avanciert: In den Gebäuden aus leuchtend rotem Backstein herrschen  strenge Hygiene und kühle Disziplin, und hinter hellen Glasfronten erstrecken sich hochmodern ausgestattete Operationssäle. Hier wirkt der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch (Ulrich Noethen), international für bahnbrechende Operationen an Gehirn und Lunge und für die Entwicklung künstlicher Gliedmaßen als »König der Chirurgie« gefeiert. An seiner Seite arbeiten seine Frau Margot (Luise Wolfram) und der zwangsverpflichtete elsässische Oberarzt Adolphe Jung (Hans Löw).

Derweil erwarten die frischgebackene Ärztin Anni Waldhausen (Mala Emde) und ihr Mann, der angesehene Oberarzt der Kinderklinik Dr. Artur Waldhausen (Artjom Gilz), freudig ihr erstes Kind. Anni muss wegen der Schwangerschaft ihre Doktorarbeit bei Prof. Max de Crinis (Lukas Miko), dem Leiter der Psychiatrie, unterbrechen. Ihr bewunderter Doktorvater ist NSDAP-Mitglied und SS-Obersturmbannführer. Der fanatische und skrupellose Rassenideologe hat seine Spitzel und Handlanger überall unter den Schwestern und Pflegern.                                                                       

Das Kind des »arischen Vorzeigepaares« Anni und Artur kommt jedoch mit einem gesundheitlichen Makel zur Welt. Und plötzlich müssen sie am eigenen Leib erfahren, welch mörderische Bedrohung hinter dem NS-Primat der Volksgesundheit lauert. Doch was für den linientreuen Artur nichts als Schmach bedeutet, weckt bei Anni  Zweifel an ihren bisherigen ideologischen Überzeugungen. Annis Bruder Otto (Jannik Schürmann), ein Medizinstudent, der von der Westfront verübergehend zur Beendigung seines Studiums an die Charité  beordert wurde, wird zu Annis engstem Vertrauten, als sie eine folgenschwere Entscheidung zur Rettung ihres Kindes treffen muss.       

Während schließlich in den letzten Kriegstagen die Schlacht um Berlin tobt und das einst so stolze Klinikum in Schutt und Asche versinkt, stellt sich für die Ärzte in den überfüllten Luftschutzkellern und  Operationsbunkern zwischen Schmutz, Tod und Leid die letzte Gesinnungsprobe: Wer übernimmt angesichts des nahen Endes Verantwortung für sein Handeln? Die Zeit für zwischenmenschliche Abrechnungen ist gekommen, noch bevor die Waffen schweigen.


Pressestimmen

"Ganz großes Fernsehen!" (TV digital)

"Warum man die zweite Staffel von 'Charité' unbedingt sehen muss: 'Charité' ist keine Abrechnung, auch keine Dokumentation. 'Charité' ist ein Drama. Eines, das manchmal kaum auszuhalten ist.. [...] Ein Zeitgeschichtsmonument ohne jegliches Kintopp, aber mit noch ergreifenderer Wirkung, weil die Figuren, die Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann, das 'Charité'-Drehbuchduo auch diesmal, sich entwickeln lassen, eben gerade nicht in Klischee-Klamotten stecken bleiben. Die dürfen richtig reden, statt streiten. Und werden kaum in das übliche Zeitgeschichts-Drehbuchdilemma gebracht, in pädagogischen Dialogen Wissen vermitteln zu müssen. [...] Die dramaturgischen Linien werden eng geführt. Und immer enger. Man kommt nicht los davon und - angesichts der gegenwärtigen Zeitumstände und Debatten schadet das ja auch nichts - nicht unverändert heraus." (Welt)

"Sehenswert [...] schon allein wegen Urich Noethen, der den jovialen, cholerischen, selbstverliebten und  gelegentlich nachdenklichen Professor Sauerbruch brillant spielt" (Focus)

"Den Machern der neuen "Charité"-Staffel ist es gelungen, die Figur des Ferdinand Sauerbruch in all ihrer Amibivalenz einem ein großes Publikum nahezubringen. "Charité" ist Bildungsfernsehen im besten Sinne: ensthaft, informativ und zugleich dramaturgisch so aufbereitet, dass ein Sog entsteht." (Stern)

"Wie schon in der ersten Staffel geht es nicht nur um historische Figuren, sondern auch um fiktive Geschichten. Ein cleverer Schachzug, denn so stehen auch Frauen im Zentrum des Geschehens. Sie sind, wie im Grunde genommen das gesamte Personaltableau der Serie, höchst ambivalent angelegt. Und das macht die Serie so spannend. [... ] Die Serie lässt in menschliche Abgründe blicken, mitunter muss man den Blick vom Bildschirm abwenden. Und doch gibt es Lichtblicke, weil sich Menschen und ihre Einstellungen und Handlungsweisen ja doch verändern können, wenn sie endlich Unrecht erkannt haben." (taz)

"Der Serie gelingt es stimmig, mittels des umfangreichen Personals der Serie ein facettenreiches Zeitbild zu entwerfen und die ethischen Konfliktlinien sichtbar zu machen. " (Filmdienst)

"Charité at war, on Netflix, is a fascinating fiction about a hospital in 1943 Berlin, and the conflicting interests of doctors, the regime, an the tug of war for obedience to the new medicine and all its horrors and a consciece that, for many but not all, resists. The range of responses to what the Nazi's expect from their doctors gives the series great resonance and it appears to be based on real people to boot. Yes, there is the eugenics issue but it is just a (big) part of an even more impressive look at what it meant to be a doctor in that time and place." (Bill Nichols, amerikanischer Kritiker und Filmwissenschaftler, Professor Emeritus in the Cinema Department at San Francisco State University)

"Es wird dramatischer und packender. [...] Facettenreiches Zeitbild mit einer gut aufeinander abgestimmten Mischung aus erfundenen Figuren und Figuren nach realen Vorbildern. [...] Charité 2 ist tasächlich ein Ereignis. Ambitioniertes Geschichtsfernsehen, spannend, vielschichtig und aufklärerisch." (Tittelbach)