dorothee  schön

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Charité I

2017

sechsteilige historische Serie zusammen mit Sabine Thor-Wiedemann

Regie: Sönke Wortmann
Kamera : Holly Fink
Darsteller: Justus von Dohnányi, Mathias Koeberlin, Alicia von Rittberg, Christoph Bach, Ernst Stötzner
Produktion: Ufa Fiction für den MDR


Berlin, 1888: Im Spannungsfeld zwischen bahnbrechender medizinischer Forschung und enormen gesellschaftlichen Umwälzungen ist die Charité auf dem Weg, das berühmteste Krankenhaus der Welt zu werden. Eine Stadt in der Stadt, mit eigenen Gesetzen und Regeln. Zu Beginn des wilhelminischen Zeitalters werden dort jährlich bis zu 4000 Patienten versorgt, die neben zahlreichen, durch die boomende Industrialisierung bedingten Verletzungen vor allem unter Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Diphtherie, Typhus und Cholera, oder unter Geschlechtskrankheiten wie der Syphilis leiden. Dazu kommen mehr als 1000 Studenten, die in diesem Lehrkrankenhaus der Berliner Universität von den renommiertesten Medizinern der Zeit ausgebildet werden.

Die mittellose Ida wird als Patientin an der Charité operiert und muss anschließend als Hilfswärterin unter dem bigotten Regiment der Diakonissenoberin Martha ihre Behandlungskosten abarbeiten. Dabei entdeckt sie ihre große Leidenschaft für die Medizin. In einer Zeit, in der Frauen kaum ein Recht auf höhere Bildung hatten, geht sie als ungewöhnlich freier und rebellischer Geist unbeirrbar ihren Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Sie trifft dabei auf herausragende Mediziner wie Rudolf Virchow und die Forscher und späteren Nobelpreisträger Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich, die in starker Konkurrenz zueinander Medizingeschichte schreiben.


Preis der Deutsche Akademie für Fernsehen für das Maskenbild (Jeanette Latzelsberger, Gregor Eckstein und Iris Peleira)
Bambi für Alicia von Rittberg als beste Schauspielerin National
Deutschen Fernsehpreis 2018 als beste Dramaserie (Nominierung)
Österreichischen Filmpreis "Romy"  2018 für "Beste Produktion" und "Beste Kamera" (Nominierung)

Pressestimmen:

Der ARD-Mehrteiler hebt sich wohltuend ab vom üblichen Ärztefilmkitsch. [...] "Charité erzählt auf packende Weise vom Leben und Sterben [...] Eine Epoche in sechs Folgen zu zwängen ist ambitioniert. Trotzdem verheddert sich die Serie nicht. . [...] Charité" zeigt nicht nur menschliche Dramen, sondern auch ein Menschheitsdrama: was für ein Kampf der Fortschritt mitunter ist." (Der Spiegel)

"Charité" ist kein verfilmter Groschenroman und keine typische Krankenhausserie, auch wenn man Geltungsdrang und außereheliche Affären von Medizinern schon aus anderen Fernsehfilmen zur Genüge zu kennen meint. Wortmann weitet den Blick, er entwirft ein Panorama der damaligen Zeit. Die Charité wird bei ihm zum Mikrokosmos, in dem sich die Zerrissenheit des Preußischen Königreichs Ende des 19. Jahrhunderts abbildet, der soziale Unfriede, der aufkeimende Antisemitismus, die Industrialisierung mit ihren wenigen Profiteuren und zahllosen Opfern." (Stern)

"Märchenstunde ist nicht, sondern Epochenunterricht vom Fernsehfeinsten." (Tagespiegel)

"In der neuen Krankenhaus-Serie inszeniert Sönke Wortmann eine unerwartet facettenreiche Welt. Mehr Vielfalt kann eine Serie kaum bieten." (Frankfurter Rundschau)

"Charité gelingt das Unmögliche: Die gute alte Krankenhausserie so zu zeigen, wie man es in Deutschland noch nicht gesehen hat." (Hörzu)

"Kein alberner Arztserien-Firlefanz, sondern öffentlich-rechtliches Bildungsauftragsfernsehen. Präzise und mit wissenschaftlichem Ernst beschreibt die Geschichte [...] die moderne Medizin in ihrem Entstehen und ihrer Erntwicklung zur Wissenschaft." (Ponkie, Abenzeitung)